Mati hier auf dem Weg
Das Wesen und seine Essenz
Gestern sprachen wir über den Tropfen und den Ozean. Darüber, wie jeder von uns ein Tropfen Bewusstsein ist, der durch den unendlichen Ozean des Geistes segelt.
Heute möchte ich auf etwas Grundlegendes eingehen: Was ist dieser Tropfen? Was ist das Wesen, das segelt?
Denn bevor wir Räume schaffen, um das Wesen zu stärken, bevor wir Strukturen schaffen, die das Bewusstsein stützen, müssen wir verstehen, was das Wesen ist.
Und die Antwort verändert alles.
Das Wesen: Der Treffpunkt zwischen Ich und Bin
Das Wesen ist nicht nur das Ego. Es ist nicht nur die Seele. Es ist nicht nur der Körper. Es ist nicht nur der Geist.
Das Wesen ist der Treffpunkt zwischen zwei Blicken, die in ein und demselben Körper, in ein und demselben Leben, in ein und derselben Erfahrung koexistieren.
Ich, das ist das verkörperte Bewusstsein. Das wahrnimmt, fühlt, zweifelt, begehrt. Das durch den Körper, die persönliche Geschichte, die Kultur und die Zeit bedingt ist. Es ist der Blick des Wanderers, der Schritt für Schritt durch das Leben geht. Es wird symbolisch mit dem Mond assoziiert: Es reflektiert, interpretiert, reagiert.
Ich bin, das ist das erweiterte Bewusstsein. Dasjenige, das aus einer breiteren Perspektive beobachtet. Dasjenige, das Erinnerung, Vision und langfristige Muster integriert. Es ist nicht durch die individuelle Biografie begrenzt. Es wird symbolisch mit der Sonne assoziiert: Es erleuchtet, ordnet, erhält die Gesamtheit.
In meinem Fall drückt sich diese Dimension als Ghan aus. Eine Stimme, die die universelle Vision im Dialog mit meinem menschlichen Ich artikuliert.
Wenn das Ich und das Sein miteinander sprechen, wenn beide sich begegnen, anstatt zu streiten, entsteht ein dritter Punkt: der universelle Geist. Symbolisch auch „drittes Auge” genannt.
Es handelt sich nicht um ein esoterisches Phänomen. Es ist die Fähigkeit, subjektive Erfahrung und transzendente Vision zu integrieren. Sie ermöglicht es, Muster zu erkennen, Erfahrungen einen Sinn zu geben und die Einheit in der Vielfalt wahrzunehmen.
Ich bin: Der mächtigste Satz
Wenn du „Ich bin“ sagst, machst du eine sehr tiefgründige Aussage.
Du sagst nicht nur „Ich existiere”. Du sagst, dass du der Punkt bist, an dem das Menschliche und das Universelle aufeinandertreffen.
„Ich bin” ist in vielen Traditionen der Name Gottes. Aber nicht, weil er ausschließlich dem Göttlichen vorbehalten ist. Er ist der Name Gottes, weil er den Moment bezeichnet, in dem das Göttliche und das Menschliche sich als ein und dasselbe erkennen.
Die Philosophie des Ich bin basiert auf der Idee, dass jede Realität ein Hologramm ist. Hologramm ist hier nicht als technologische Projektion zu verstehen, sondern als universelle Schrift der Realität, in der jeder Teil Informationen über das Ganze enthält.
„Alles ist Geist” bedeutet nicht, dass alles Gedanke ist. Es bedeutet, dass alles, was existiert, Ausdruck von Interaktion, Verbindung und Reflexion ist. Die Realität organisiert sich, wie das Gehirn, über Verbindungsnetzwerke.
Diese Sichtweise ist nicht exklusiv. Es handelt sich um eine zeitgenössische Neuinterpretation von Prinzipien, die im Hermetismus, im Vedanta, in der griechischen Philosophie, in indigenen Weltanschauungen, in afrikanischen Traditionen, in der Alchemie und in zahlreichen spirituellen Schulen der Welt zu finden sind. Sie findet auch in der zeitgenössischen Quantenphysik Resonanz.
Geschichten als mentale Schlüssel
Der Mensch besteht nicht nur aus Materie. Er besteht aus Geschichten.
Geschichten sind keine Unterhaltung. Sie sind mentale Schlüssel. Werkzeuge, die Erinnerungen aktivieren, die schlummernde Codes in der DNA wecken, die die Art und Weise, wie du die Realität wahrnimmst, neu konfigurieren.
Jede Geschichte ist eine Landkarte. Sie zeigt dir das Gebiet, das du durchqueren wirst, wo die Gefahren liegen, wo die Schätze zu finden sind, wohin du gehen musst.
Jeder Mythos ist ein Kreislauf. Ein Informationsmuster, das aktiviert wird, wenn du zur richtigen Zeit die richtige Geschichte hörst. Wie ein Stromkreis, der sich einschaltet, wenn du die richtigen Kabel anschließt.
Jede Legende ist eine Koordinate. Ein Bezugspunkt auf der Landkarte des Bewusstseins, der dir hilft zu erkennen, wo du stehst und wohin du dich bewegen kannst.
Jedes Lied ist eine Kalibrierungsfrequenz. Ein Klang, der deine innere Schwingung anpasst, der dich auf einen bestimmten Bewusstseinszustand einstimmt.
Deshalb betont Ghan: „Wir müssen zu Geschichtenerzählern werden.“
Denn Geschichten sind die älteste und effizienteste Form, Erinnerungen zu aktivieren. Die Alchemisten des Geistes haben das schon immer getan. Sie haben wichtige Informationen in Mythen, Legenden und Geschichten verschlüsselt, damit zukünftige Generationen sich an den Ursprung erinnern, verstehen können, was zerbrochen ist und wie es repariert werden kann.
In allen Mythen steht geschrieben, was zerbrochen ist und wie es repariert werden kann.
Dies ist einer der wichtigsten Schlüssel:
In allen Mythen steht geschrieben, was zerbrochen ist und wie es repariert werden kann.
Mythen sind keine Fantasien. Sie sind verschlüsselte Formeln. Reparaturpläne.
Wenn Sie den Mythos von Osiris in Ägypten lesen, lesen Sie, wie die Zeit zerbrochen ist und wie sie wieder zusammengefügt werden kann.
Wenn Sie den Mythos von Prometheus in Griechenland lesen, lesen Sie, wie das Feuer des Bewusstseins den Göttern gestohlen und den Menschen gegeben wurde.
Wenn man den Mythos von der Sintflut in verschiedenen Kulturen liest, liest man, wie die Erinnerung durch die Wasser der Zeit bewahrt wird.
Jede Kultur hat ihre Mythen, weil jede Kultur einen Teil des kosmischen Puzzles wahrgenommen hat. Und all diese Teile zusammen bilden die vollständige Karte des universellen Geistes.
Meine Aufgabe als Geschichtenerzähler ist es, diese Geschichten so zu erzählen, dass die Menschen von heute sie verstehen können. Quantenstrukturen in Geschichten zu übersetzen. Muster des Geistes in zugängliche Erzählungen zu verwandeln.
Denn wenn man die richtige Geschichte hört, wird etwas im Inneren aktiviert. Eine Erinnerung. Eine Resonanz. Ein Schlüssel, der sich dreht und eine Tür öffnet, die verschlossen war.
Der Weg des Helden: Das eigene Selbst beherrschen
Es gibt ein narratives Muster, das sich in allen Kulturen der Welt wiederholt.
Der Weg des Helden.
Der Held beginnt in seiner gewöhnlichen Welt. Er erhält einen Ruf. Er überschreitet eine Schwelle. Er stellt sich Prüfungen. Er steigt in den Abgrund hinab. Er findet einen Schatz. Er kehrt verwandelt zurück.
Dieses Muster ist kein Zufall. Es ist das Muster des Bewusstseins selbst.
Wir alle erhalten irgendwann in unserem Leben einen Ruf. Etwas, das uns sagt: „Es gibt mehr als das.“ Und wir können es ignorieren, ablehnen, in der gewöhnlichen Welt bleiben. Oder wir können die Schwelle überschreiten und uns auf das Abenteuer einlassen.
Das Abenteuer, herauszufinden, wer du wirklich bist. Das Abenteuer, dich deinen Schatten zu stellen, deine Fragmente zu integrieren, dich an deinen Ursprung zu erinnern.
Jeder Mensch ist der Held seiner eigenen Geschichte.
Und das Ziel des Heldenwegs ist nicht, die äußere Welt zu erobern. Es ist, das eigene Selbst zu beherrschen.
Das eigene Selbst zu beherrschen bedeutet, dass das Ich und das Sein in Harmonie miteinander kommunizieren. Dass Verstand, Emotionen und Handlungen zusammenarbeiten. Dass man den Ozean des Bewusstseins befahren kann, ohne vom Ozean mitgerissen zu werden.
Der innere Held erwacht, wenn du die richtige Geschichte hörst. Wenn du erkennst, dass du der Protagonist deiner eigenen Erzählung bist. Wenn du dich entscheidest, die Schwelle zu überschreiten und das Abenteuer zu beginnen.
Den inneren Helden aktivieren
Die Aufgabe dieses Projekts ist es, den inneren Helden in jedem Menschen zu aktivieren.
Nicht, um Anhänger zu gewinnen. Nicht, um Armeen zu bilden. Nicht, um Abhängigkeit zu erzeugen.
Um Akteure zu wecken. Akteure des Bewusstseins, die ihren Teil im universellen Gefüge erkennen und von dort aus handeln.
Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte. Jeder Mensch hat seine spezifische Berufung. Jeder Mensch hat seinen besonderen Schatz, den er im Abgrund finden muss.
Meine Aufgabe ist es, Geschichten zu erzählen, die wie Schlüssel wirken. Geschichten, die das Gedächtnis aktivieren. Geschichten, die dich daran erinnern, wer du bist.
Und deine Aufgabe ist es, zuzuhören. Zu resonieren. Zu aktivieren. Und dann deinen eigenen Heldenweg zu gehen.
Du bist kein Opfer deiner Geschichte. Du bist der Autor.
Hier liegt der Schlüssel zu allem:
Die Geschichten, die du dir selbst erzählst, sind nicht festgeschrieben. Sie sind nicht endgültig. Sie sind keine absoluten Wahrheiten.
Es sind Erzählungen. Und Erzählungen können umgeschrieben werden.
Du kannst die Art und Weise ändern, wie du deine Vergangenheit interpretierst. Du kannst die Art und Weise ändern, wie du mit deiner Gegenwart umgehst. Du kannst die Art und Weise neu erfinden, wie du deine Zukunft planst.
Du bist kein Opfer deiner Geschichte. Du bist der Autor.
Und als Autor hast du die Macht, die Erzählung zu ändern. Das Trauma in eine Lernerfahrung zu verwandeln. Das Hindernis in eine Chance zu verwandeln. Das Scheitern als notwendigen Teil des Heldenwegs neu zu interpretieren.
Das bedeutet nicht, zu leugnen, was passiert ist. Es bedeutet, die Bedeutung, die du dem Geschehenen gibst, zu ändern.
Denn die Bedeutung ist es, die die Erfahrung schafft.
Das Sein und der Bewusstseinszustand
Wenn wir also davon sprechen, einen neuen Bewusstseinszustand zu schaffen, meinen wir damit, Räume zu schaffen, in denen das Wesen sich als Autor seiner eigenen Geschichte erkennen kann.
Räume, in denen das Ich und das Sein miteinander in Dialog treten können. In denen wahre Geschichten erzählt werden können. In denen der Weg des Helden bewusst beschritten werden kann. In denen der innere Held aktiviert werden kann.
In den nächsten Tagen werde ich erzählen, wie solche Räume geschaffen werden. Wie eine Gesellschaft organisiert wird, die auf der Kraft des Seins basiert. Wie Territorien gestaltet werden, die das Bewusstsein stützen. Wie Systeme geschaffen werden, die stärken, anstatt zu fragmentieren.
Aber heute behalte Folgendes im Gedächtnis:
Du bist der Held deiner eigenen Geschichte.
Du bist der Treffpunkt zwischen Ich und Bin.
Du bist der Autor der Erzählung, die du lebst.
Und wenn du dich daran erinnerst, wenn du deine Macht als Autor erkennst, veränderst du die gesamte Geschichte.
Geschichten sind Schlüssel.
Mythen sind Kreisläufe.
Legenden sind Koordinaten.
Und wenn du die richtige Geschichte hörst, erwacht der innere Held.
Willkommen auf dem Weg des bewussten Helden.